So funktioniert 3D ohne Brille beim Nintendo 3DS
Autostereoskopie. Das neue Zauberwort im Bereich mobiles Gaming heißt Autostereoskopie. Es klingt wie eine neue Behandlungsmethode für lädierte Knie, macht aber die mobile Nutzung von 3D möglich.
Das mobile Spielen in 3D ist das schlagende Verkaufsargument für die Handheld-Konsole aus dem Hause Nintendo. Im Gegensatz zu allen anderen alltagstauglichen 3D-Geräten braucht man für den Nintendo 3DS keine Brille oder sonstiges Zubehör. Der 3D-Effekt wird im Gerät erzeugt und ist mit bloßem Auge zu genießen.
Die neue Technik der Autostereoskopie ermöglicht es, zwei separate Bilder auf das Display zu projizieren. Diese werden von den Augen einzeln wahrgenommen und erzeugen so den Tiefen-Effekt.
Der 3D-Effekt ist schon für ca. 220 – 240 € zu haben, was in natürlich auch Gründe hat. Während die Konkurrenz von Sony noch in diesem Jahr die PSP2 mit einem HD-Display mit einer Diagonalen von satten 5 Zoll aufwartet, bietet der Nintendo 3DS seinen 3D-Effekt auf einem 3,5 Zoll großen Display an.
So funktioniert der Effekt
Wie bereits angerissen, setzt der 3DS auf die Ausstrahlung von zwei separaten Signalen. Eines für jedes Auge. Während beim heimischen 3D-Fernseher und im Kino noch Brillen notwendig sind um die Signale zu entschlüsseln und dem richtigen Auge zuzuführen, funktioniert dies hier ohne Brille. Die Signale werden in einem bestimmten Winkel gespiegelt und erzeugen so den Tiefen-Effekt.
Dies funktioniert solange, wie der Spieler das Display im richtigen Winkel und im passenden Abstand betrachtet. Hält man das Gerät zu weit vom Körper und/oder betrachtet das Display im falschen Winkel, verschwimmt der 3D-Effekt, oder verschwindet vollends.
Wer sich aber einmal daran gewöhnt hat, kann unterwegs in 3D zocken und vor allem die reichhaltige Auswahl an Spielen zum Release nutzen. Einzig auf die Sonneneinstrahlung aus dem Rücken sollte man achten. Bei starker Einstrahlung ist der schöne 3D-Effekt leider dahin.
Große Spieleauswahl
Grundsätzlich darf man den Entwicklern von Nintendo zu ihrem neuen Baby gratulieren. Der Nintendo 3DS setzt den 3D-Effekt bei allen zum Release vorgestellten Spielen beeindruckend um.
Bei Sportspielen wie PES 2011 3D kriegt der Spieler das Gefühl vermittelt, mit auf dem Rasen zu stehen und auch das Abschätzen von Pässen und Flugbahnen des Balles wird durch die dritte Dimension erleichtert.
Bei Actiongames wie Resident Evil, Beat-em-Ups wie Street-Fighter und Rennspielen wie Asphalt 3D ist das Spielgefühl sehr real und wirklich überraschend flüssig. Man gewöhnt sich schnell an die neuen Effekte und auch die Kopfschmerzen bleiben aus.
Völlig neue Möglichkeiten
Der neue Nintendo 3DS soll neben den Spielen auch Fotografie und Filme in 3D bieten. Um 3D-Fotos zu schießen kann man die beiden Kameras auf der Rückseite des Geräts nutzen. Filme werden wahrscheinlich über die Download-Plattform DS-Store angeboten. Auch Trailer für neue 3D-Filme werden hier wohl in Zukunft kostenlos bereitgestellt.
Die Hardware des 3DS zeigt sich im Vergleich mit den Vorgängern definitiv verbessert. Sowohl der Touchscreen, als auch die Steuerknöpfe haben eine gute Entwicklung genommen und machen wirklich Laune.
Insgesamt ist Nintendo mal wieder ein echter Überraschungs-Coup gelungen. Wie schon bei der bewegungsgesteuerten Wii hat man wieder ein echtes Alleinstellungsmerkmal auf seiner Seite und endlich Möglichkeiten, sich der Konkurrenz von Sony und von Seiten der Smartphones zu erwehren.